Nicky B Fly: «Wir wollten offen sein, um zu experimentieren»

Interview mit Nicky B Fly
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Pressebild, zVg

Nicky B Fly bringt mühelos Welten zusammen und versteht es, mit ihrem Stilmix zu begeistern - sowohl lyrisch als auch musikalisch. Im November bringt die Zürcher Sängerin und Musikerin eine EP auf den Markt, die gleichzeitig als Vorbote für das kommende Jahr gedacht ist. Mit lockeren Rhythmen und sommerlichen Vibes erzählt Nicky B Fly von ihrer Geschichte, verbindet ihre Wurzeln in der Schweiz und dem Kongo und widmet ihrem Grossvater den thematischen Faden zwischen den Songs. Wir konnten mit Nicky B Fly über ihre Musik, die Arbeit im Studio, aber auch Hintergründe und ihr soziales Engagement sprechen.

 

Du bringst im November eine EP auf den Markt, die gleichzeitig Vorbote auf das im nächsten Jahr kommende Debütalbums ist. Wieso hast du dich für den Release im Spätherbst entschieden?

 

Der Zeitpunkt hat sich während des kreativen Prozesses eigentlich ganz natürlich ergeben. Durch die Recording-Sessions hat sich abgezeichnet, dass die EP im Spätherbst erscheinen wird. Und das passt perfekt, weil ich zu dieser Zeit auch live unterwegs bin. So kann ich den Release ideal mit meiner Tour verbinden und beides gemeinsam pushen. Beispielsweise wird die Release-Party zur EP am 19. November im X-TRA automatisch Teil der Tour.

 

Und die EP bringt klanglich den Sommer nochmal ein bisschen zurück.

 

Genau. Und es ist ein bisschen wie ein Jahresabschluss. Noch ein Nicky B Fly-Konzert, bevor man in die Weihnachtszeit geht, ist einfach gut fürs Gemüt. (lacht)

 

Mir ist aufgefallen, dass die Songs relativ kurz und radiotauglich sind. Wie ergibt sich bei dir die Länge der Songs, wenn du an einem Song arbeitest?

 

Es ist nie so, dass wie vorher absprechen, wie lange ein Song wird. Das ist immer Gefühlssache. Früher hätte ich noch probiert, eine Bridge zu machen und den Song etwa zu strecken. Inzwischen tendiere ich immer mehr dazu: «Hey, lieber kurz und knackig.» So wird das Lied im besten Fall gleich mehrmals hört.

 

Okay.

 

Wir hatten in der Vergangenheit eher den Fall, dass wir die Lieder sogar noch gekürzt haben, damit weniger das Gefühl entsteht, der Song sei in die Länge gezogen. Er soll ja nicht zu schnell abflachen.

 

Gerade «Wo chumi her?» ist für mich ein schönes Beispiel. Er klingt sehr leicht, sommerlich und spontan. Wie viel Arbeit steckt tatsächlich dahinter, dass ein Song so leicht klingt?

 

Definitiv mehr als man raushört. (lacht) Es ist so, dass wirklich sehr viel Zeit dahintersteckt. Wir haben zum Beispiel die ganzen Songs mit Band im Studio live aufgenommen. Es sind vier Studiomusiken dabei gewesen. Gemeinsam mit dem ganzen Success Club-Team im Studio von Dodo, haben wie eingefangen, wie wir zusammen gejammt haben. Ich habe einfach mitgesungen und so sind die Songs alle live im Studio entstanden – inklusive «Wo chumi her?».

 

 

Wir hatten keine Ahnung, was passiert, haben einfach etwa fünf Sessions abgemacht und geschaut, was entsteht. Wir wollten versuchen, diese zwei Kulturen zu fusionieren, auszuprobieren und zu schauen, wie es klingt.

 

 

Also gar nicht mit Einzelspuren, sondern wirklich alles gleichzeitig aufgenommen?

 

Genau. Wir haben meinen Gitarristen, meinen Bassisten, meinen Drummer und meinen Schwyzerörgler zum ersten Mal gemeinsam ins Studio geholt. Dazu kam natürlich das Produzententeam Success Club. Wir hatten keine Ahnung, was passiert, haben einfach etwa fünf Sessions abgemacht und geschaut, was entsteht. Wir wollten versuchen, diese zwei Kulturen zu fusionieren, auszuprobieren und zu schauen, wie es klingt. Wir wollten offen sein, um zu experimentieren und so haben wir diese Songs kreiert.

 

Das Schwyzerörgeli hört man natürlich raus und auch für mich ist das ein Verbindungselement zwischen der Schweizer Kultur und der Kongolesischen, die du ja auch in dir hast. Vermutlich ist das Absicht gewesen.

 

Richtig. Das ist ein Aspekt, also der Bezug zur Schweizer Kultur, wegen der Schweizer Herkunft. Aber die ganze EP ist zudem eine Hommage an meinen verstorbenen Grossvater, der auch Schwyzerörgler gewesen ist. Darum habe ich das Instrument eingebaut.

 

Bei Songs wie «Papillon» und «Handörgele» ist der Bezug zum Grossvater noch deutlicher. Bist schon mit deinem Grossvater im Fokus ans Songwriting gegangen? Weil du ja ebenfalls von deiner Geschichte erzählst.

 

Ich wusste schon, dass ich in diesem Album Geschichten über das Leben erzählen möchte, aber mir war nie klar, was ich genau erzählen werde. Ich erinnere mich, wie ich ganz am Anfang zu Dodo gesagt habe: «Hey Dodo, wovon erzählen wir alles? Ich habe so viel zu sagen.» Er hat zu mir gesagt: «Lass es fliessen, wir machen einfach und lassen die Geschichte so entstehen.» Mir war eigentlich sehr wichtig, einen roten Faden zu haben, aber ich habe mich trotzdem darauf eingelassen. Rückblickend muss ich sagen, es war die beste Idee, so vorzugehen, weil man schlussendlich genau das erzählt, was man erzählen möchte. Am Schluss entsteht daraus trotzdem eine Geschichte, weil es die Themen sind, die aus einem rauskommen. Ich finde, die Geschichten passen zueinander und die EP ist wie eine Fortführung. Mit dem Einfluss meines Grossvaters, mit dem Einfluss meiner Herkunft, von früher, von jetzt, und der ganzen Entwicklung. Darum passt «Papillon», weil es mich immer begleitet hat. So ein bisschen vom Kokon zum Schmetterling.

 

Okay, spannend. Wie schwierig war es dann für dich, die persönlichen Erfahrungen in Text zu bringen beziehungsweise die richtigen Worte zu finden?

 

Ich bin ein bisschen Meisterin darin, am Anfang so wenig wie möglich zu denken. Dann habe ich richtig gute Ideen für Toplines oder Hooks. Wenn ich einfach jammen darf, sprudeln die Ideen. Wenn es dann darum geht, hinzusitzen und auszuarbeiten, wird es schwieriger. Ich hatte eine Melodie, ein Mumble und Ideen für das Thema. Für die Ausarbeitung der Lyrics habe ich dann eng mit Dodo und Reto Gfeller zusammengearbeitet.Wir haben die Lieder gemeinsam geschrieben.

 

 

Ich lasse mich bei den Sprachen immer von der Musik leiten. Die Musik sagt mir, wie viel ich einbaue.

 

 

Okay.

 

Sie haben mir geholfen, Struktur in die Geschichte hineinzubringen und an den Lyrics zu feilen. In der Zusammenarbeit mit diesen beiden war es für mich viel einfacher, alle Ideen kompakt zusammenzufassen, damit die EP in sich Sinn ergibt. Und die Erfahrung war super. Dodo hat mir dabei besonders geholfen: Er ist sehr gut darin, Geschichten zu erzählen und die passenden Worte zu finden. Mit seiner Erfahrung hat er mich stark dabei unterstützt, die Geschichten zu strukturieren und ein Gerüst dafür aufzubauen. Ausserdem hat er selbst sehr viele Ideen eingebracht.

 

Also so ein bisschen die Feinarbeit.

 

Genau. Und natürlich die Arbeite mit erfahrenen Leuten, die das schon tausendmal gemacht haben, also Songwriting-Sessions mit anderen Artists. Das war eine sehr gute Art und Weise, um auch zu lernen, mit Leuten zusammenzuarbeiten. Ich habe das sonst ja oft selbst gemacht.

 

Was passiert mit dir, wenn du so persönliche Songs singst? Das sind ja doch sehr, sehr persönliche Themen. Was lösen sie dir auch emotional aus?

 

Emotional tatsächlich, dass man wieder über gewisse Sachen auch nachdenkt, die man vielleicht schon lange ein bisschen vergraben hat oder gemeint hat, man hat es begraben. Es ist durchaus so, dass dann gewisse Themen wieder präsenter werden im Leben, was manchmal schön sein kann und manchmal auch so ein bisschen schmerzhaft. Aber es hilft einem irgendwie dabei, weiterzuziehen. Durch meine eigene Musik habe ich gelernt, dass man nicht irgendwann geheilt und alles ist vergessen ist, sondern man lernt, mit diesen Themen weiterzufliegen und weiterzugehen. Ich kann das als Teil meiner Geschichte wahrnehmen und sagen: «Okay, darum bin ich jetzt so, wie ich bin. Das hat mich zu dem Menschen gemacht.» Ich realisiere viel und kann irgendwie auch stolz sein, mich hinstellen und erzählen, wie ich gelernt habe, meine Flügel zu öffnen und davonzufliegen. Man hört ja oft, dass Musik Selbsttherapie sei. Zwar finde ich, dass das ein bisschen ein 0815-Spruch ist, aber ich muss trotzdem sagen, auf eine Art Therapie ist es schon auch. Man kann Sachen nochmal Revue passieren lassen.

 

Was ich über dich gelesen habe bei der Recherche, dass du in vier Sprachen singst. Auf der EP ist es aber nur Mundart. Wie hat sich das ergeben?

 

Das ist tatsächlich nicht der Plan gewesen. Wir wussten, es wird definitiv weniger Englisch und Französisch sein, weil wir einfach gemerkt haben, dass der Stil, die Musik, die Elemente, das ganze Konzept quasi schon eher zu Deutsch passt. Einfach, weil die EP sehr persönlich ist, ich in der Schweiz geboren bin und Deutsch rede, träume und auf Deutsch denke. Dazu kommt, dass Dodo nicht so stark auf Französisch spezialisiert ist. Wir haben schon gewusst, dass die anderen Sprachen weniger Raum bekommen würden, haben aber nicht geplant, dass es so wenig wird. Das hat sich einfach im Prozess ergeben. Ich lasse mich bei den Sprachen immer von der Musik leiten. Die Musik sagt mir, wie viel ich einbaue.

 

Nicky B Fly - «Wo chumi her?»

 

 

Wie lange habt ihr an der EP gearbeitet?

 

Wir hatten etwa fünf Sessions mit allen Studiomusikern. Danach hatten wir das Material, das Gerüst, die Ideen, die ganzen Instrumente, die ganzen Inputs. Und dann haben wir mehrere Sessions gemacht, der Dodo und ich, einfach für die Recordings. Da weiss ich nicht mehr, wie viele das gewesen sind. Über mehrere Monate verteilt, hatten wir immer wieder mal Sessions. Aber wirklich nicht so viel.  Danch haben wir einen Unterbruch gehabt, weil einige Projekte wie «Sing meinen Song» dazwischen stattfanden. Ohne Planung haben wir mit allen Unterbrüchen etwa ein Jahr gebraucht.

 

Kannst du für unsere Community einschätzen, ob das für eine EP viel oder wenig Zeit ist?

 

Schon eher wenig. Es gibt Leute, die arbeiten drei Jahre an einem Album. Das ist sehr individuell. Man muss aber sagen, jetzt erscheit ja die EP und das definitive Album kommt im nächsten Jahr. Dafür gehen wir schon nochmal ins Studio. Dann haben wir erneut zwei, drei Sessions. Am Ende werden es vielleicht eineinhalb Jahre sein.

 

Wie spürst du, wann ein Song fertig ist?

 

Wenn ich anfange, zu verbessern und irgendwann merke, dass ich verschlimmbessere. Ich probiere da etwas, dort gefällt es mir noch nicht gut und irgendwann merke ich:  «Nein. Das ist zu viel.» Eine gute Taktik ist ebenfalls, wenn man immer wieder auf’s Gleiche kommt. Es passiert mir beispielsweise manchmal, dass ich eine Melodie im Kopf habe. Dann nehme ich sie auf, probiere aber zwischenzeitlich etwas anderes aus und am Schluss komme ich wieder auf das Gleiche und merke, das ist die Melodie. Da kannst du nichts mehr ändern. Das ist sie einfach. Natürlich, wenn du dann mit anderen Leuten arbeitest, hast du noch Feedback und Menschen, die sagen können, was sie für gut halten. Aber es ist wirklich eine Gefühlssache.

 

Ich habe gelesen, dass du alleinerziehend bist. Was hat das für einen Einfluss auf dich als Künstlerin, als Musikerin? Was machen diese Lebenserfahrungen mit dir?

 

Dadurch merke ich immer und immer wieder, alles unter einen Hut bringen, ist nicht einfach. Wenn man sagt, es ist top einfach und kein Problem, dann ist das gelogen. Und ich finde es ganz, ganz wichtig, dass man auch bei diesem Thema ehrlich ist und sagt, dass es im Fall überhaupt nicht einfach ist. Denn man will allem gerecht werden. Ich will als Mutter meinem Sohn immer gerecht werden. Ich will genug Zeit haben für ihn. Ich habe aber auch Verpflichtungen. In dieser Branchen ist sowieso sehr viel Last Minute und es gibt sehr viele Deadlines.  Wenn du jemand bist, der Perfektion ein bisschen anstrebt und alles sehr genau und gut machen will, dann nimmst du dir auch Zeit für die Sachen. Ich habe zudem gelernt, dass man Grenzen setzen oder mega diszipliniert sein muss. Manchmal muss ich mir sagen: «Heute setze ich so und so viele Stunden für die Musik und für das Business ein.» Danach stelle ich ab und dann bin ich auch nicht mehr erreichbar. Dann bin ich für das Kind da und bin ich auch nicht am Handy oder am Laptop. Ich glaube, die Erfahrung hat mich sehr gelehrt, auch Nein zu sagen und abzuwägen, was ich erfüllen kann und was nicht und wo ich mich abgrenzen muss. Ich habe aber gelernt, zu jonglieren. Man muss ja sehr flexibel sein in der Branche, man muss auch mal unerwartet etwas machen und mit Druck umgehen können. Ich habe so gemerkt, dass es ganz wichtig ist, das Kind mit einbeziehen, so gut es geht.

 

Ja, klar.

 

Man sollte versuchen, das Kind teilhaben zu lassen, damit es sieht, was ich mache, wenn ich nicht da bin. Damit es versteht, warum ich mal im Stress bin, sodass es auch mal bei einem Konzert dabei sein kann und sieht, was möglich ist, wenn man aus sich, aus eigener Kraft, selbst Sachen kreiert. Und ich hoffe, dass ich meinen Sohn auch motiviere, aus sich etwas zu machen. Ich mache das ja auch für ihn und für uns. Ich sehe mich ehrlich gesagt auch ein bisschen in der Rolle, um Akzeptanz für Mamis zu schaffen in dieser Szene, in der Musikbranche, in der Schweiz.

 

 

Du bist jetzt dort, du sitzt auf dem Sofa, und du weisst nicht, wann du drankommst. Und wenn du dran bist, musst du einfach abliefern.

 

 

Ok.

 

Ich finde es wichtig, dass auch ein Veranstalter lernt, mit Mamis in der Branche umzugehen. Wenn mal im Backstage ein Kind «rumseckelt» oder man irgendwie sagt: «Hey, ich bin jetzt zwar im Interview, aber im Hintergrund ist noch das Kind.» Ich finde es ganz wichtig, Platz zu schaffen und Akzeptanz für Mamis. Mamis sollen ihre Kinder nicht als Hindernis sehen, sondern als Motivation. Ich bin, glaube ich, nicht das einzige Mami in der Musikszene. Aber eben, es wird viel nicht darüber gesprochen. Ich finde wichtig, zu sagen: «Hey, wenn man es macht, ist es wirklich eine grosse Aufgabe.»

 

Ich habe bei der Recherche gelesen, dass du mit Jugendlichen Coachings machst. Was gibt dir diese Arbeit mit Jugendlichen?

 

Es gibt mir mega viel und es gibt mir einen Sinn, in dem, was ich mache. Die Arbeit mit den Jugendlichen ist tatsächlich etwas, was mich sehr erfüllt, und bei dem ich immer wieder merke: «Dafür bin ich gemacht.» Ich sehe es als eine meiner Aufgaben im Leben, meine Geschichte oder das, was ich mache und die damit verbundenen Erlebnisse, mit jungen Menschen zu teilen und sie zu ermutigen, an sich zu glauben und weiterzumachen, um herauszufinden, was ihre Begabung ist, welches Talent sie haben und wer sie sind. Ihnen das Vertrauen und den Mut zu geben, an die Öffentlichkeit zu gehen, und sie positiv zu beeinflussen. Ich merke das jedes Mal, wenn ich in einer Jury sitze oder bei Studiosessions mit Jugendlichen, aber auch an Schulen. Ich merke, dass mich dieser Austausch erfüllt, wenn ich sehe, dass ich einen guten Impact auf die Jungen und auf ihre Entwicklung, ihre Wohlergehen und ihren Selbstwert haben kann, indem ich sie einfach begleite. Oft öffnen sie sich auch mir gegenüber und ich kann ihnen auf Augenhöhe begegnen. Es ist sehr wichtig für mich, etwas zu hinterlassen mit dem, was ich mache, denn ich möchte etwas weitergeben.

 

Welche Rolle spielt die Musik dabei? Wie muss man sich das vorstellen: Singst du mit den Jugendlichen zusammen, schreibst du Songs oder tanzt du mit ihnen?

 

Alles davon. Ich nehme verschiedene Rollen ein. Wenn ich jetzt zum Beispiel einen Workshop an einer Schule leite, geht es zum Beispiel darum, dass wir über die Musik den Kindern das Thema Armut etwas näherbringen. Es geht eigentlich um eine wichtige Message, die Armut in der Schweiz, aber wir versuchen das über die Kunst, über das Songwriting, einen Text über Armut an sie heranzubringen. Wenn ich jetzt einen Workshop leite, wo wir zusammen ins Studio gehen, dann geht es darum, dass wir zusammen versuchen, über die Musik, über die Lieder, über den Songtext Emotionen auszudrücken.

 

Ok.

 

Oder ein anderes Beispiel. Bei der Gewaltprävention haben wir mal einen Workshop gemacht, bei dem wir versucht haben, den Jugendlichen das Thema Gewalt näherzubringen, indem sie darüber schreiben können. Am Schluss geht es immer um den sozialen Aspekt, Sachen auszudrücken, Sachen zu verarbeiten, Sachen auch beizubringen und die Jugendlichen abzuholen. Es geht nicht mal darum, dass alle Musik machen müssen, es geht darum, dass sie lernen, mit diesen Emotionen umzugehen und sich auszudrücken und ihre Passion zu finden. Mit dem #SayHi-Anti-Mobbing-Projekt sind wir zum Beispiel an Schulen gegangen und haben dort mit den Kindern über das Thema Mobbing gesprochen. Ich habe meine eigenen Erfahrungen geteilt, die Kinder ermutigt und gemeinsam mit ihnen den SayHi-Tanz gemacht.

 

Ich möchte zum Schluss noch auf «Sing meinen Song» kommen, das du abgebrochen hast. Wie war der Teilnahme für dich?

 

Wunderschön, aber auch hart und herausfordernd. Es war eine der schönsten Erfahrungen auf meinem musikalischen Weg.

 

In welchem Sinn herausfordernd?

 

Herausfordernd, indem man wirklich gewusst hat: Jetzt oder nie. Es gibt keine Auswege. Du bist jetzt dort, du sitzt auf dem Sofa, und du weisst nicht, wann du drankommst. Und wenn du dran bist, musst du einfach abliefern. Du kreierst aus dir selber einen Song, machst ein Cover, und hoffst ja auch, dass das Cover den Artists, denen das Lied gehört, gefällt. Ich bin mega aus meiner Komfortzone herausgetreten, weil ich jeden Song in einem anderen Musikstil gemacht habe, und Stils gewählt habe, die ich vorher nie gemacht habe.

 

 

Wir haben wirklich richtig Gas gegeben, damit die Live-Show nochmal auf das nächste Niveau kommt.

 

 

Okay.

 

Das heisst, ich habe natürlich mir selber wieder sehr viel aufgeladen. (lacht) Ich wollte natürlich den unterschiedlichen Stilen auch gerecht werden, habe mir dadurch selbst eine sehr hohe Messlatte gesetzt und das hat mich natürlich nervös gemacht.  Dadurch bin ich gefordert gewesen, extrem aus meiner Komfortzone herauszufahren. Aber ich habe mich durch die Erfahrung sehr gut entwickeln können, weil du natürlich auch stolz auf dich bist, und du lernst neue Leute kennen und du wächst über dich hinaus.

 

Was hast du für eine Rektion bekommen? Ich meine jetzt mal nicht konkret in den Sendungen, sondern auch nachher?

 

Mehrheitlich waren es positive Reaktionen, muss ich sagen. Es ist schon nochmal sehr schön gewesen, dass dich Leute sehen, die zuvor noch nie von dir gehört haben, nicht gewusst haben, dass  du existiert. Sie haben die Sendung gesehen und plötzlich sprechen sie mich darauf an. Das ist wirklich schön, weil man direktes und meist positives Feedback bekommt.

 

Und ganz zum Schluss, was passiert bei dir in der nahen Zukunft? Kommt jetzt erst mal das Release-Konzert dann, und was ist nachher geplant?

 

Die wichtigsten Punkte sind im Moment Tournee und EP, was beides im November erscheint. Damit natürlich auch der neue musikalische Einschlag mit den neuen Einflüssen. Im nächsten Jahr, also im Frühling, ist sicher das Album ein Highlight. Es ist mein erstes Album, auf das ich jetzt ganz fest hinarbeite.

 

Das ist ja auch ein Meilenstein für dich als Künstlerin.

 

Ja, genau. Und es gibt bald schon auch mein erstes Merch. Das ist für mich auch so ein Highlight. Zudem habe ich die Live-Shows sehr erweitert. Einfach neue Musiker ins Team geholt und wir haben alle alten Songs nochmal neu arrangiert und die neuen Songs eingebaut. Wir haben wirklich richtig Gas gegeben, damit die Live-Show nochmal auf das nächste Niveau kommt.

 

 

Nicky B Fly spielt am 19. November im Musikcafé im X-TRA. Wir verlosen Tickets. Alle Infos gibt es im Verlosungsartikel. 

 

 

Bäckstage Redaktion / Mi, 04. Nov 2026