Zwei Hitmaster an der Baloise Session
Der Montag an der Baloise Session stand unter dem Motto «Hitmaster», definitiv ein treffender Titel für die beiden Künstler. Den Anfang machte Rick Astley, der sympathische Brite, welcher sich Mitte der 80iger mit seinem Überflieger-Hit «Never Ginna Give You Up» Kultstatus ersang.
Er betrat pünktlich um 20.00 Uhr die Bühne und bereits der zweite Song «Together Forever» wird nicht nur den 80iger-Disco-Gängern geläufig sein. Ab diesem Zeitpunkt gab es auch kein Halten mehr, der Bereich vor der Bühne wurde für die Zuschauer freigegeben und füllte sich schnell mit begeisterten Konzertbesuchern. Wo sonst kann man den Stars noch so nah sein wie an der Bühne der Baloise Session?
Das Konzert wurde eine abwechslungsreiche Mischung aus Astleys 80iger-Songs sowie neueren wie «Angels on my Side» aus dem 2016 erschienen Album «50». Der 60-Jährige bewies immer wieder Humor und – besonders charmant - er nahm sich dabei selber nicht zu ernst. Beispielsweise als er den Song «Never Gonna Stop» ankündigte und sagte: «Ich habe ja zwei Songs, die mit «Never» beginnen …» Das grosse Raunen, das durchs Publikum ging, zeigte, dass wohl alle wussten, welche gemeint waren. «… den anderen spiele ich aber erst zum Schluss, sonst verschwinden hier 50% gleich zur nächsten Bar».
Auch ein Hitmaster wie Rick Astley greift auf andere Hits zu und covert sie. Mit einer witzigen Anekdote erklärte er, einst gefragt worden zu sein, ob er den Titelsong für einen Hollywoodfilm schreiben würde. Natürlich wollte er wissen, um welches Werk es geht. Eine Prostituierte und ein reicher Kerl die sich verlieben. «Was sollte das für eine Bullshit Story sein?», fragte Rick. Dem Publikum war schon da klar, um was es geht. «Wer spielt ihn? Richard Gere? Ok, Richard Gere ist toll.» Wer denn die Frau spielten würde?», wollte Rick von einem seiner Musiker, der die zweite Person in der Runde spielte, wissen. «Julia Roberts», erwiderte dieser. Ricks Reaktion auf die Antwort seines Musikers: «Who the f…. is Julia Roberts». Eine amüsante Aktion, die das Konzert abwechslungsreich und humorvoll machte. Der Titelsong «Pretty Women» wurde bekanntlich bereits lange vor dem Film, 1964 von Roy Orbisen geschrieben. Was alles aber kein Grund war, ihn an diesem Abend nicht zu spielen.
Dass Rick mit seiner 8-köpfigen Band voller starker Musiker auf der Bühne stand, zeigte unter anderem das Cover zu RAYEs «WHERE IS MY HUSBAND», bei dem Rick das Publikum mit seinen Schlagzeugkünsten überzeugte, während seine Backroundsängerin das Mikrofon übernahm und eine starke Darbietung zeigte.
Die Stimmung im Saal war bestens, was nicht zuletzt an den Interaktionen von Rick mit seiner Band lag. Um Viertel nach 9 war es so weit und der erste Teil des Abends ging dem Ende entgegen. Nun packte Rick den zweiten «Never»-Song aus. Bei «Never Gonna Give You Up» stand der ganze Saal und tanzte in die Halbzeit
Etwas verspätet, um fast 22.00 Uhr löschten die Lichter erneut und der Abend steuerte in die zweite Runde. Nun sollte ein Feuerwerk an aus mehrern Jahrzehnten an Hits gezündet werden. Nile Rodgers & Chic, die 1972 gegründete Band, zeigten die Diskoklassiker mit einer Mischung aus Soul, Funk und Rock. Ihr wohl grösster Hit «Le Freak» durfte genauso wenig fehlen wie Interpretationen der grossen Hits, die Nile für andere Künstler geschrieben, produziert oder als Gitarrist eingespielt hat. Darunter «Material Girl» und der Nummer 1 Hit «Like a Virgin» von Madonna oder «We Are Family» von Sister Sledge. Bei «Get Lucky» von Duft Punk zog es auch den Letzten aus dem Publikum vom Stuhl und die Hüften wurden geschwungen. Es folgte ein Highlight nach dem anderen, durch und durch für die Disco tauglich und weniger «intim» als der warme Bariton Groove von Rick Astley davor.
Definitiv kamen alle 80iger-Disco und Soul-Funk-Fans auf Ihre Kosten und ein weiterer Abend in der legendären Atmosphäre der Baloise Session ging zu Ende.























