Zirkusfeeling in der Ambossrampe

Konzertkritik: The Clowns in der Ambossrampe
The Clowns
Bildquelle: 
The Clowns, Facebook

Die Ambossrampe in Zürich zeigt sich normalerweise im urbanen Kleid. Im Innern der Lagerhalle herrscht – abgesehen von einigen wenigen am Rande stehenden Sofas und einer Bar – viel Platz. Am heutigen Abend verströmt die «Rampe» aber ein klein wenig Zirkusflair. Da hängen rote und gelbe Stoffvorhänge von der Decke in guter Nachbarschaft mit grossen Trapezähnlichen Ringen. Irgendwie würde es nicht überraschen, wenn die Bühne auch noch als Manege angelegt wäre. Ist sie aber nicht. Das wäre wohl auch zu viel des Guten. Das Motto passt aber auf jeden Fall: Heute Abend tauft die Zürcher Band The Clowns nämlich ihr Mini-Album «Exciting Times».

 

Bevor es aber soweit ist, rockt das als Surprise Guest angekündigte Bieler-Duo namens Hello Cleveland die Bühne. Wer dahinter steckt? Death by Chocolate-Sänger Mathias Schenk und der ehemalige Drummer von Melonmoon Tom Züttel. Die beiden präsentieren überzeugenden Sound auf ein Minimum reduziert: Schlagzeug, Gitarre und Gesang. Den zahlreich erschienenen Leuten gefällts. Der Sänger der Clowns kommentiert den Auftritt der Supportband mit: «Normalerweise nehmen wir ja nicht so geile Vorbands.»

 

Kurz vor 23 Uhr ist es endlich soweit: Frederick, Eugene und Mati betreten die Bühne - selbstverständlich geschminkt und verkleidet. Die Schminkerei ist den Jungs übrigens nicht lästig: «Frauen schminken sich ja täglich. Bis wir Bühnenfertig sind, dauert es nicht länger als 20 Minuten.», erklärt Clowns-Sänger Frederick. Während die Band mit viel Power loslegt, balancieren an den Vorhängen und in den Ringen maskierte Turnerinnen. Im Ring über der Bar hängt sogar ein echter Ex-The-Clown: Der ehemalige Bassist der Band erweist dem Trio die Ehre.

 

Die seit vier Monaten im Einsatz stehende neue Bassistin Mati Q beherrscht bereits das gesamte clownsche Repertoire. Die Band präsentiert sich in Hochform und hat sogar einen brandneues Stück in petto. Die clownschen Songs leben zum Einen von der markanten und mit viel Tiefe versehenen Stimme von Frederick und zum Anderen von mitreissenden, intensiven instrumentalen Einlagen.

 

Das Fazit des Abends:

  • The Clowns sind definitiv nicht Mainstream
  •  Ihr Sound klingt über viele Passagen nach richtig gutem Punk-Rock
  •  Sie gehören auf jeden Fall auf die Waldbühne

 

Wer The Clowns noch nie live ghört hat, sollte dies unbedingt nachholen.

Linda von Euw / Do, 17. Mai 2012