Ein Adam Spritz im Papiersaal
Letzten Samstag - am Valentinstag - dröhnte «You Make My Dreams» von Hall & Oates aus den Lautsprechern der Garderobe des Papiersaals. Und dies sollte das Motto des Abends werden.
Adam Green trat nun zum bereits vierten Mal im Papiersaal auf. Begleitet wird er auf seiner aktuellen «Chop Off Heads With Me»-Tour von Folk/ Country Sänger Turner Cody. Wir haben bereits ihren Gig in Bern, genauer gesagt in der Mühle Hunziken in Rubigen, besucht. Falls ihr mehr lesen möchtet: die Kritik findet ihr hier.
Vor dem Konzert in Rubigen machte Adam Green zuletzt 2019 Halt in der Schweiz. Damals trat er ebenfalls im Papiersaal auf. Also ist die von drei Seiten aus zugängliche Bühne längst bekanntes Gelände für den charismatischen Musiker.
Turner Cody und seine Soldiers of Love erklommen um Punkt 19:30 die Bühne des Papiersaals. Die Formation begleitete Adam Green bereits 2022 an seiner Europatournee. Auf Turners Setlist fanden sich viele Songs seines neusten Albums «Out for Blood», einem Mix aus Americana, Folk, Blues und Country. Die Texte schwingen irgendwo zwischen Schwere, Ironie, Witz und Sarkasmus, begleitet werden sie von melodischen Klängen und Turners prägender Stimme. Neben den neues Songs entschied sich Turner aber auch für ein paar ältere Evergreens wie «Boozing and Losing» und «Back in The Land of the Living». Ihre Aufgabe - das Publikum in voller Vorfreude zu versetzen - meisterten die Musiker tadellos.
Für den Main Act - Adam Green - gab es Trommelwirbel in Form eines rhythmischen Intros namens «Gallop». Gut gelaunt und mit einem breiten Grinsen im Gesicht betrat der Greenster die Bühne und begrüsste sein Publikums mit High Fives. Dieses bedankte sich mit lautem Mitsingen und Mitschwingen. Dies nicht nur bei den bekannten Klassikern wie «Emily», «Jessica», oder «Friends of Mine», sondern auch bei den neueren Hits wie «Falling Around» bewiesen die Zuschauenden eine grosse Singfreudigkeit.
Zwischen den Songs erzählte Adam vom Leben auf Tour. So nahm er am Tag zuvor am Screening der Berner Kultmoviegang seines «Aladdin» Filmes teil und besuchte danach Peter Doherty an dessen Konzert im Bierhübeli. Und auch das Geheimnis, um ihren ominösen Besuch beim Polizeiposten wurde geklärt: bei der Ankunft in Bern rammte ihr Wagen einen Schutzstein, der die altertümlichen Brunnen in Bern schützt.
Nach der lustigen Berichterstattung schnappte sich Adam eine akustische Gitarre und bat das Publikum um Songwünsche. Der Produzent seines «Aladdin»-Films - Oskar Weiss - stand im Publikum und schlug «Bible Club» vor, welchen Adam sofort vortrug, sehr zur Freude der Anwesenden.
Für den letzten Part des Konzertes kehrte die Band zurück zu Adam auf die Bühne. Dort spielten sie in gekonnt locker-freudiger Manier weitere Green-Klassiker wie «Carolina» und den obligatorischen Abschlusssong «Dance with me». Das Publikum fiel in laute Euphorie, wie es sich am Ende eines Konzertes von Adam Green gehört. Danach gab es nichts besseres, als sich an der Bar einen Adam Spritz zu göhnen.




















