Adam in der Mühle

Adam Green in Mühle Hunziken.
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Handybild Tanja Lipak

Permanenter Nieselregen prägte letzten Donnerstag Abend die kleine friedliche Gemeinde Rubigen. Mitten in diesem stillen Örtchen steht sie, die Mühle Hunziken. Das Konzert- und Kulturlokal ist bekannt für seine einzigartige Einrichtung voller kurioser Objekte und seinem mehrstöckigem Konzerterlebnis. Kurz: der perfekte Ort für ein Adam Green Konzert. Der New Yorker Sänger spielte am letzten Donnerstag - nach sieben langen Jahren - zum ersten Mal wieder ein Konzert in der Schweiz. 

 

Mitgebracht hat er nicht nur sein neues Album „Chop Off Heads With Me“, sondern auch einen seiner besten Kumpels, Turner Cody. Mit dem bärtigen Folk-Sänger ist Adam seit Teenie Zeiten befreundet und bezeichnet Cody als den besten lebenden Songwriter. Solch’ hohe Lobsänge wecken grosse Erwartungen und Turner Cody konnte diese in Rubigen vollends erfüllen. Gemeinsamer mit der belgischen Band mit dem wohlklingendem Namen „The Soldiers Of Love“ präsentierte Turner sein neustes Album namens „Out for Blood“. Mit dem Album erinnert er an Townes Van Zandt, welcher vor Jahrzehnten in der Mühle Hunziken aufgetreten ist. Zurück zu Turner: dessen Song „Recognise a Friend“ gehörte definitiv zum Ohrwurm-Hit seines Sets. Aber es ist dann „Cigarettes Inside“ dass einem emotionale leer schlucken lässt. In perfekt melancholischer Storytelling Manier wird über Vergangenes sinniert. Schliesslich liess Turner das Publikum dann doch „Back In The Land Of The Living“ zurück, energiegeladen und bereit für Adam Green. Und bereit  Antworten auf Turners rätselhaftem Stage Talk zu erhalten. So verriet Turner, dass sie tagsüber Ärger mit der Polizei erhielten… Was genau der Stein des Anstosses war, wurde nicht enthüllt.

 

Nach einer kurzen Rochade, bei welcher Nicolas Michaux - Mitbegründer von Capitane Records - sein Keyboard an Yannick Dupont übergab, der wiederum sein Schlagzeug an Leo Leonard weiterreichte, war fast alles bereit. Clément Nourry an der Gitarre und Ted Clark am Bass wurden zusätzlich um die virtuose Violine von Jesse Kotansky ergänzt. 

 

In gewohnt lässiger und hupfender Manier erklomm Adam schliesslich die Bühne und eröffnete mit „If you want me to“ seines Kollaborationsalbums mit Binki Shapiro sein Set. Dieses war gut gefüllt mit verschiedensten Werken seiner über 20 Jahre spannenden Singer-Songwriter Karriere. So war es keine Überraschung, dass lediglich 2 Songs seins neusten Albums auf der Setlist Platz gefunden haben. Es gibt schlicht zu viele innig beliebte „Adam-Greens“. Eigentlich müsste der Barde gar kein neues Album veröffentlichen, um auf Tournee zu gehen. Umso cooler ist es, dass es stetig Neues von Adam zu hören gibt.

 

Und dass es immer auch ein Wunschkonzert ist, wenn Adam auftritt. Wie an diesem Abend, als sich gegen Mitte des Konzertes die Band von der Bühne verabschiedete, um Adam Raum zu schaffen für seine akustischen Darbietungen. Was fürs Publikum den Himmel auf Erden darstellte, war vielleicht nicht immer ganz einfach für den Greenster. Diverse Songwünsche wurden ihm lauthals angeschrien. Irgendwie schaffte er es vier davon aufzuschnappen und diese einfühlsam vorzutragen.

 

Seine Musikkarriere startete Adam Green mit der Formation „The Moldy Peaches“ mitsamt den mittlerweile als Markenzeichen bekannten ironisch-kuriosen Songtexten. So etwas wie im Lied „Downloading Porn“, das er an diesem Abend in Rubigen performte. Nach der Darbietung von über 20 Songs verabschiedete sich Adam kurzfristig von der Bühne, um dann in gekonnter Manier mit „Dance with Me“ den krönenden Abschluss - mitsamt tanzendem Publikum auf der Bühne - feiern zu können. 

 

Tanja Lipak / Mo, 16. Feb 2026