Iron Maiden und der Kampfjet im Hallenstadion

Konzertkritik: Iron Maiden in Zürich

Iron Maiden kann man als feste Grösse im Heavy Metal bezeichnen. Seit über 40 Jahren bringen sie Alben, Live-Mitschnitte, und Dokumentationen an ihre hartgesottenen Fans. Vom Musikstil abgekommen sind sie selten: mal etwas Prog-Rock, da ein paar Prisen Klassik, verstreut ein paar Synthesizer. Der Grundstil bleibt der selbe, die Formation mit ein paar Ausnahmen auch. Drei Gitarren, Bass, Schlagzeug und natürlich die druckvolle Stimme von Bruce Dickinson verleihen Iron Maiden ihre unwiderstehliche Art, Musikfans aller Gattungen und Alter zu begeistern. Zudem verstehen sie es unverschämt gut, diverse geschichtliche Ereignisse in ihre Texte zu weben.

 

Letzen Mittwoch pilgerten die Fans ins Hallenstadion, um ihre beliebte «eiserne Jungfrau» live zu erleben. Wie bei der Band so üblich, wird zwischen zwei Touren im Rahmen eines aktuellen Albums eine «Best Of»-Tour eingeschoben. Jene von diesem Jahr wird passend «Legacy of the Beast» betitelt, laut Manager Rod Smallwood durch ihr letztjährig erschienenes Mobile Game mit dem selben Namen inspiriert. 

 

Fotos: Bäckstage.ch

 

Die Zuhörer im prall gefüllten Stadion werden nicht enttäuscht. Iron Maiden präsentieren eine bunt durchmischte Setlist mit vielen Hits und ein paar Überraschungen in Form von Songs, die mehrere Jahre nicht mehr gespielt wurden. Die Bühne ist zweistöckig aufgebaut, der obere Stock wird aber nur vom rennenden und tanzenden Sänger Bruce Dickinson während mehreren Streifzügen benutzt. Die Band setzt auf ein altbewährtes, aber absolut funktionierendes Bühnenbild ohne jegliche Videoscreens. Man fühlt sich aufgrund der gekonnt arrangierten Bühnenbildwechsel wie in einer Oper, immer inspiriert durch den jeweiligen Song. Mal spielt die Band unter einem riesigen Kriegsflieger aus dem zweiten Weltkrieg, dann in einer Kirche oder auch der Hölle. Das Publikum erweist sich als äusserst textsicher und hat extrem gute Laune, die Band spielt ihre Instrumente lupenrein und mit einem grandiosen Sound in die Halle. Iron Maiden zelebrieren den Krieg, thematisieren Schlachten in diversen Songtexten sowie auch im Bühnenbild, verherrlichen aber nicht, sondern predigen die Freiheit. Wörtlich erwähnt wird dies vom Sänger vor dem Song «The Clansman», dessen Inhalt, der Freiheit zelebriert,  auch in der heutigen Zeit nicht an Wichtigkeit verloren hat. 

 

Nach einem dramaturgisch und ästhetisch perfekten Abend - inklusiver eines Schwertkampfs zwischen Bruce Dickinson und Band-Maskottchen Eddie -, verlässt die Band nach mehr als zwei Stunden, vollbepackt mit ihren Hits, dankend die Bühne, während die Menge jubelt und wohl auch bei einem nächsten Stopp in der Schweiz genau so zahlreich wieder erscheinen wird.

 

Iron Maiden und ihre Fans sind tief verbunden. In über sechs Jahren Bäckstage habe ich nicht so euphorische Fans erlebt. Bei Maiden weiss man eben, dass Qualität geliefert wird, das begeistert. 

 

David Schaufelberger / Fr, 13. Jul 2018