Angus and Julia Stone brachten das Eis zum Schmelzen

Angus and Julia Stone @ Odyssée Lausanne
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Bäckstage

Wer eine gemütlich-warme Location erwartete, welche eigentlich zur Musik von Angus and Julia Stone passen würde, wurde enttäuscht. Doch erzeugten die beiden Australier viel Wärme mit ihrer Musik.

 

Jake Isaac 

Jake Isaac, das ist ein Australischer Singer-Songwriter. Das hört sich nun recht klassisch an. Doch Isaac schaffte in Lausanne, was nicht jedem Künstler gelingt: Nämlich als Support-Act die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Piano, Gitarre, Perkussion und Gesang – all das meisterte Isaac alleine und mit viel Herzblut. Seine Stimme bewegte sich heiter von Oktave zu Oktave, ein gewaltiges Soundspektrum. Und den Leuten gefiel es. Nur das erstrebte Feuer seiner Balladen vermochte nicht ganz zu entfachen.

 

Angus and Julia Stone

Es war das letzte Konzert dieser Tour für die beiden Geschwister aus Australien, am anderen Tag sollte es zurück nach Australien gehen. Man merkte den beiden förmlich an: Sie wollten heute ein gutes Konzert spielen! Und das gelang auch. Ein bunter Mix aus älteren Stücken («Private Lawns» hört sich live doch etwas anders an!) und Songs vom neusten Album («A Hearbreak») sorgten für Abwechslung. Die Setlist war gut gewählt, denn die tendenziell ruhigeren Stücke aus früheren Jahren setzen einen Kontrast voraus, besonders in einer solch geräumigen Location. Das bluesige «Crash and Burn» drang schliesslich bis in die hintersten Ecken des Eisstadions und war definitiv ein Highlight. Das Eis war gebrochen. Böse Zungen würden vielleicht von Kitsch sprechen, doch Angus and Julia Stone sind vor allem eines: Beherzte Musiker, welche Konzerte nicht einfach abrackern sondern sichtlich geniessen. 

Matthias Niederberger / Mo, 04. Mai 2015