Schöner Krach mit viel Herz: Okkervil River im Palace

Konzertvorschau: Okkervil River im Palace

Was Will Sheff anfasst, wird erfolgreich – das könnte man fast glauben. Neben seinem Songwriting ist er auch verantwortlich für zwei grandiose Bands: Zum einen Shearwater, bei denen er aber ausgestiegen ist, und Okkervil River, mit denen er nun quasi im Senkrechtstart den Musikolymp erobert. Gerade haben sie ihr neustes Album The Silver Gymnasium herausgebracht. Ein Konzeptalbum, das die Jugendzeit und das Erwachsenwerden Will Sheffs thematisiert. Ein intimes, spannendes Werk, das mit vielen tollen Songs aufwartet.

 

Optimistischer Mix aus Indie-Folk und Americana

 

Egal ob melancholische Balladen oder mitreissende Rocksongs, Will Sheff versteht sein Handwerk. Die schrammelnden, teilweise wütend ausbrechenden Gitarren untermalt er liebevoll mit seiner speziellen, kehligen Stimme oder mit zarten Instrumenten, wie dem Klavier oder Geigen, setzt Bläser-Arrangements genau an den richtigen Stellen ein, überrascht immer wieder mit tiefgründigen und lustigen Songtexten oder unerwarteten Wendungen in Rhythmen und Tempi. Das alles verarbeitet er zu einem optimistischen Mix aus Indie-Folk und Americana, dem man sich nicht entziehen kann.

 

Nun kommen die Jungs endlich wieder einmal in die Schweiz und zwar ins Palace in St. Gallen. Diese seltene Gelegenheit darf man sich nicht entgehen lassen! Vor allem weil man im Palace in St. Gallen eine einmalige Gelegenheit hat, diese fantastische Band in einem intimen und kleineren Rahmen zu sehen, in einem herzigen und stimmigen Ambiente.

 

Wer die enorme Spielfreude der Band noch etwas besser kennen lernen will, kann das mit einem selbstgebastelten Computerspiel der Band tun. Passend zur Coming-of-Age-Story ihres neuen Albums haben sie ein Browser-Spiel entwickelt, in dem man als Schüler die Welt rund um das Silver Gymnasium entdecken kann und dabei auch unheimliche Dinge erlebt. Eine witzige Idee, um das Album zu promoten.

Weshalb Okkervil River, trotz ihrer vielen, genialen Alben und publikumsnahen Konzerte, den grossen Durchbruch noch nicht geschafft haben, bleibt ein Rätsel. Doch der Lausbuben-Charme, den sie mit ihrer Musik verströmen, ginge dadurch wohl verloren. Also freuen wir uns darüber und geniessen dieses exklusive Konzert!

 

Natascha Evers / Mo, 21. Okt 2013