Geheimtipp aus England war in Zürich

Konzertkritik:British Sea Power @Komplex Klub
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British Sea Power Facebook

«Ist denn schon Weihnachten?» Diesen Gedanken hatten wohl einige Besucher, als sie die Treppe zum Komplex Klub hinunter gingen. Ein erster Blick auf die Bühne: diverses Grünzeug, Äste und Bäumchen, geschmückt mit weissen Lichterketten. Anlass dafür war das Konzert der britischen Indie-Rock-Band British Sea Power.

 

Und nein, es war definitiv nicht Weihnachten, sondern ein lauer Sommerabend. Das könnte möglicherweise einer der Gründe dafür gewesen sein, warum der Klub nur spärlich besucht war. Das gleichzeitig im oberen Teil des Komplex stattfindende KoRn-Konzert konnte kaum der Grund sein, dafür sind die Zielgruppen zu verschieden. 

 

 Natur pur

 

In ihrer Heimat sind British Sea Power längst vom Geheimtipp zu Chartstürmern herangereift. In der Vergangenheit wurden gerne Vergleiche mit Bands wie Pixies und Arcade Fire gemacht. Sphärische Klänge oder Vogelgezwitscher und andere Naturgeräusche waren oft Einstimmung für die Songs. Das Bühnenarrangement untermalte dabei die sphärischen Klänge optisch.

 

Naturrequisiten wie auch spartanische, mit Naturmotiven gestaltete CD-Covers sind typisch für die Band. Auf dem aktuellen Album «Machineries Of Joy» ist ein Bär, genauer gesagt ein Eisbär, abgebildet. Beim letzten Song tanzte der dann auch lebensgross klatschend durchs Publikum.

 

 Pflanze am Gedeihen

 

Ein bärenstarker Auftritt war es nicht gerade, doch sind British Sea Power eine Band, vergleichbar mit einer Pflanze, die noch am Gedeihen ist und deren Blütezeit noch bevorsteht. Feststeht aber, dass man der Band ihre Naturverbundenheit nicht absprechen kann.

Dominique Rais / Do, 20. Jun 2013