Lauter, heisser, härter: Wenn das Rock the Lakes Cudrefin zum Kochen bringt.

Festivalkritik: Rock the Lakes
Bildquelle: 
Bäckstage / ©Joe Bürgi

Text und Fotos von Joe Bürgi

 

Vom 14. bis 16. August 2026 verwandelte sich das idyllische Cudrefin am Ufer des Neuenburgersees erneut in das Epizentrum der Schweizer Heavy-Metal- und Hardcore-Szene. Drei Tage lang dominierten brütende Sommerhitze, hochwirbelnde Staubwolken und schwere Riffs das Festivalgelände.

 

Doch trotz der extremen Temperaturen herrschte von der ersten bis zur letzten Minute eine ausgesprochen friedliche, familiäre und feierfreudige Stimmung unter den Fans. Für die nötige Abkühlung zwischen den energiegeladenen Auftritten war bestens gesorgt: Dank ausgiebig eingesetzter Wasserschläuche, erfrischender Misting-Stationen und der direkten Nähe zum See konnten die Besucher in der sommerlichen Glut immer wieder neue Kräfte für die nächsten Konzerte tanken.

 

Das musikalische Programm bot eine eindrucksvolle Bandbreite an Metal-Subgenres und reihte ein Highlight an das nächste. Den spektakulären Höhepunkt bildeten Powerwolf, die als Headliner eine bombastische Metal-Messe mit eindrucksvollen Pyro-Effekten und mitreißenden Mitsing-Hymnen inszenierten. Auch die schwedische Fraktion hinterließ tiefen Eindruck: Arch Enemy und In Flames lieferten Melodic Death Metal in Perfektion ab. Ihre präzise Härte, brachialen Vocals und rasend schnellen Soli heizten dem Publikum gewaltig ein und verwandelten den Platz vor der Bühne regelmäßig in eine gigantische Wand aus wirbelndem Staub und headbangenden Mengen.

 

Fotos: Bäckstage / ©Joe Bürgi

 

Für mächtig Bewegung vor der Bühne garantierten auch Soulfly und Clawfinger. Beide Bands brachten die richtige Dosis Groove, Nu-Metal und Crossover-Härte auf die Bretter, woraufhin bei ihren timelessen Oldschool-Klassikern treibende Moshpits entfacht wurden. Nicht weniger intensiv ging es bei den Vertretern des modernen Metalcore und Post-Hardcore zu. Die Schweden von Imminence stachen durch ihre faszinierende Synthese aus düsteren, tonnenschweren Breakdowns und virtuos eingeflochtenen Violinenklängen hervor. Abgerundet wurde das musikalische Gewitter durch die schottische Formation Bleed From Within sowie die Schweizer Lokalmatadoren Breakdown Of Sanity, die mit ihren walzenden, punktgenauen Riffs für spürbare Erschütterungen im Infield sorgten.

 

Das Festival bewies einmal mehr, wie perfekt sich hochkarätige internationale Acts, musikalische Vielfalt und ein friedliches Miteinander in einer traumhaften Kulisse verbinden lassen. Die Vorfreude auf die Fortsetzung läuft bereits auf Hochtouren: Vom 20. bis 22. August 2027 kehrt das Rock The Lakes nach Cudrefin zurück. Für die nächste Ausgabe sind unter anderem bereits Kracher wie Children of Bodom, Hammerfall, Halestorm, Prong und The Browning angekündigt. Insgesamt werden dann 34 Bands auf den beiden Bühnen stehen und für das nächste Kapitel der Festivalgeschichte am Neuenburgersee sorgen.

 

Line-Up:

In Flames, Soulfly, Breakdown of Sanity, Bleed From Within, Overkill, Fu Manchu, Kittie, Allt, Expellow, A Small District, Arch Enemy, Clawfinger, Lord Of The Lost, Coroner, Chelsea Grin, Mushroomhead, ten56., Hokka, Scare The Children, Alchemists, Elwood Stray, Panchabhuta, Revocation, Powerwolf, Imminence, Igorrr, Stick To Your Guns, Decapitated, Thundermother, Future Palace, Saint Agnes, Royal Desolation

 

Bäckstage Redaktion / Fr, 04. Sep 2026