Heisser Rock am kühlen See: Die Magie des 37. Brienzersee Rockfestivals

Festival: Brienzersee Rockfestival
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©Joe Bürgi

Artikel von Joe Bürgi

 

Kaiserwetter, türkisblaues Wasser und schriĺle Gitarren: Vom 6. bis 8. August 2026 verwandelte das 37. Brienzersee Rockfestival das Festzelt in Brienz in einen pulsierenden Hexenkessel. Drei Tage lang feierten alte und junge Rockfans die perfekte Symbiose aus Alpenpanorama, gewaltiger Energie und hochkarätigen Live-Acts.

 

Wenn sich die flirrende Hochsommerhitze über die Berner Alpen legt und der Brienzersee glitzert wie geschliffener Smaragd, weiss die Schweizer Rockgemeinde bescheid: Es ist wieder Festivalzeit in Brienz. Das 37. Brienzersee Rockfestival lieferte in diesem Jahr die verlässlichste Formel des Sommers – druckvolle Riffs, eiskaltes Bier und eine Stimmung, die von der ersten Minute an elektrisierte.

 

Riff-Gewitter zum Auftakt

 

Bereits der Donnerstagabend zeigte, wohin die Reise geht. Den fulminanten Startschuss lieferten Manntra, die mit ihrer gewaltigen Mischung aus Industrial-Gothic und Balkan-Folk die Menge sofort auf Betriebstemperatur brachten. Direkt im Anschluss bewies Ausnahmegitarrist Gus G. mit Firewind, wie echter Heavy Metal die Zeltdecke zum Wackeln bringt, ehe Kärbholz mit schnörkellosem Punk-Rock’n’Roll für die ersten mitsingenden Stimmbänder des Wochenendes sorgten.

 

Schweiss, Gitarren und pure Energie

 

Der Freitag stand ganz im Zeichen des kompromisslosen Rock’n’Roll. Mit Shakra-Leadgitarrist Thom Blunier im Publikum – selbst ein absoluter Könner an der Gitarre – war der Gitarrenhimmel zum Greifen nahe.

 

Alle Fotos: ©Joe Bürgi (Joe’s Portfolio)

 

Während tagsüber Formationen wie Losing Gravity und die mexikanische Band Laguna für treibenden Groove in der Nachmittagssonne sorgten, brannte am Abend die Hütte. Als Danko Jones die Bühne betrat, gab es im dicht gedrängten Publikum kein Halten mehr. Das kanadische Powertrio entladete eine Wucht aus roher Energie und schnellen Riffs, die das Festzelt buchstäblich erzittern liess. Die wiedervereinten The Poodles setzten mit feinstem Glam- und Hardrock nach, bevor Polly Wants A Party den späten Abend in eine ausgelassene Rock-Party verwandelte.

 

Lokalkolorit und ausgelassenes Finale

 

Der Samstag präsentierte das Festival von seiner vielseitigsten Seite. Heimische Acts wie The MinX und Volxrox schlug eine Welle der Begeisterung entgegen. Fire Rose hatte das Publikum ab dem allerersten Ton fest im Griff. Man spürte in jedem Moment den engen Zusammenhalt der Band – eine Energie und Spielfreude, die einfach ansteckend war. Ebenfalls ein absoluter Kracher: Overhead Valve Engine. Ihr satter Rock, kombiniert mit einer gewaltigen Stimme, zwang einen schlichtwegs zum Zuhören.

 

Als Berner Kult-Musiker Florian Ast seine Klassiker über den See schallen liess, verwandelte sich die Menge in einen einzigen Chorkörper. Für den krönenden, spartenübergreifenden Abschluss sorgten schliesslich die Fäaschtbänkler, die mit ihrem explosiven Genre-Mix aus Blasmusik, Pop und Electro das 37. Brienzersee Rockfestival bis in die frühen Morgenstunden in Ekstase versetzten.

 

 

Traumhaftes Sommerwetter, eine einmalige Naturkulisse und eine durchwegs friedliche, feierfreudige Community. Das Brienzersee Rockfestival hat erneut bewiesen, warum es seit fast vier Jahrzehnten zu den ehrlichsten und stimmungsvollsten Open-Air-Highlights der Schweiz gehört. Rund 4500 Besucher hatten sichtlich Spass, trotz der fehlenden grossen Namen!

 

Line-up:

Manntra, Firewind, Kärbholz, Losing Gravity, Laguna, Danko Jones, The Poodles, Polly Wants A Party, The MinX, Volxrox, Florian Ast, Fäaschtbänkler

 

Bäckstage Redaktion / Di, 11. Aug 2026