Fink – «Hard Believer»

CD-Kritik: Fink - Hard Believer
Fink / Hard Believer
Bildquelle: 
Fink Facebook

Wer in den 90ern ein Anhänger der Rave- und Trip-Hop-Szene war oder den Oscar-prämierten Film «12 Years A Slave» kennt, dem dürfte Fink bereits ein Begriff sein. Gemeinsam mit John Legend steuerte er nämlich zum «12 Years A Slave»-Soundtrack den Song «Move» bei. Auf seiner neusten Platte «Hard Believer» nimmt sich Fink Zeit und Raum, um sich musikalisch zu entfalten.

 

Altbewährtem treu zu bleiben, macht sich gerne bezahlt. Bei Fink jedoch war es genau das Gegenteil. Der Mut, in neue musikalische Gefilde aufzubrechen, hat sich für Fink als richtig erwiesen. Der musikalische Wandel weg vom DJ-Dasein hin zum ernstzunehmenden Singer-/Songwriter zeichnete sich schon vor längerer Zeit ab. Mit «Hard Believer» ist ihm jetzt ein persönliches Meisterwerk gelungen, das nur so vor kreativer Energie sprudelt.

 

Knaller²

 

Der Titel-Track «Hard Believer» nagelt sich mit seinem bluesigen Gitarrenspiel und Finks rauchiger, aber auch zugleich kristallklarer Stimme direkt ins musikalische Gedächtnis. Wenn das der Knaller war, wie lässt sich dann «Green And The Blue» beschreiben? Knaller²? Wenn man bei Fink denkt, das wär nicht mehr zu toppen, setzt er eben immer noch eins drauf.

 

Fink bewegt sich irgendwo zwischen Bon Iver und Angus Stone, bleibt mit seiner Mischung aus Folk, Blues und Dub aber immer ganz er selbst. Die Zeiten in denen man Künstler nur einem Genre zuordnen konnte, scheinen längst vorbei. So hallt auch das vom Dub geprägte «White Flag» noch einige Zeit später nach. Melancholische Ausschweifungen mit einer Prise Wehmut: «Too Late» erinnert, ob man will oder nicht, an Coldplay, ohne jedoch wie ein billiger Abklatsch zu wirken. Chapeau!

 

«Wir wollten dieses Mal tiefer in die Materie einsteigen und ambitionierter an das Projekt herangehen, damit unser Sound vorangetrieben wird ohne dass wir die Elemente verlieren, die uns auszeichnen», so Fink. Ein Mann, ein Wort. Sein fünftes Studio-Album «Hard Believer» ist innovativ, aber stets verwurzelt mit Finks musikalischen Grundwerten – der Symbiose von Elektro- und Gitarrenspiel.

 

Rund 55 Minuten für 10 Songs. Der kürzeste Song liegt bei gut 4 Minuten, der längst bei über 7 Minuten. Viel Zeit für Fink, um sich auszutoben. Die Platte ist verhältnismässig lang, aber nie langatmig. «Hard Believer» ist also ohne Zweifel was für Geniesser. Der perfekte Sound für die ruhigeren Stunden.

 

Fink spielt am 7. November im Kaufleuten. Tickets gibt es via Starticket.

 

Fink – «Looking Too Closely»

 

  • Fink
  • Hard Believer
  • Label: R’Coup’D
  • : 11.Juli 2014
Dominique Rais / Di, 29. Jul 2014