Er kam, sang und berührte

Konzertkritik: Peter Cincotti @ Kaufleuten
Peter Cincotti
Bildquelle: 
www.petercincotti.com

«Before I Go» sollte das letzte Lied des New Yorker Singer-/Songwriters Peter Cincotti gewesen sein, dass er für das restlos begeisterte Publikum im Kaufleuten sang. Doch zuvor gab es binnen 90 Minuten so manche musikalische Perle für Zürich.

 

«How are you doing tonight?», mit diesen Worten und dem ersten Song des Abends, «My Religion», begrüsste der 29-jährige die zahlreich erschienenen Konzertbesucher. «Magnetic“ war auch Peter Cincottis Wirkung auf das Publikum. So wurde schon bald munter im Takt der Musik mitgeklatscht, gewippt und gesungen. Cincotti selbst begleitete sich mit dem Piano und wurde von seinem guten Freund und Musiker George Orlando gesanglich, wie auch instrumental an der Gitarre begleitet.

 

«Wow, what a crowd. I’m really glad to be back in Zurich», sagte der Sänger und war sichtlich gerührt vom grosszügigen, wenn auch verdienten, Applaus des Publikum, der auf jedes seiner Lieder folgte. Ohne zu Übertreiben - so mancher Sänger bekommt einen solchen Applaus nicht einmal am Ende eines Konzertes.

 

 Dreiecksbeziehung mit Humor

 

Kokettierend und mit einem breiten Lachen kündigte Peter Cincotti den Break-up-Song «Take A Good Look» an: «Dann ist das Unangenehme auch schon gleich gemacht und wir können uns dem Schönen widmen.» Eine der kraftvollen Balladen ab dem aktuellen Album «Metropolis». 

 

Passend zur Dreiecksbeziehung zwischen Sänger, Gitarrist und Publikum war auch der Song «Madeline», ein ebenfalls neues Stück, das die Liebesbeziehung zwischen einem verheirateten Mann, seiner Frau und seiner Geliebten beschreibt. «Das ist aber nicht autobiografisch“, meinte Cincotti lachend. Nebst guter Musik brachte der Amerikaner auch viel Humor ins Kaufleuten - ganz zur Freude des Publikums.

 

 Virtuose am Klavier

 

Ein Mann – ein Wort. Schon zu Beginn kündigte Peter Cincotti eine bunte Setlist aus neuen und älteren Liedern an und dann kam, was kommen musste: «Goodbye Philadelphia». Der Song wurde vor fünf Jahren von den Radiostationen hoch und runter gespielt und gehört trotzdem zu den Songs, die man nicht oft genug hören kann. Da wurde, wenn auch teilweise zaghaft, vom Publikum mitgesungen.

 

Peter Cincotti ist nicht nur ein smarter Kerl und grandioser Sänger sondern auch ein Virtuose am Klavier. So widmete er einen seiner letzten Songs, eine Cover-Version von Elton Johns «Crocodile Rock», all den Pianisten, die ihn inspiriert haben. Der New Yorker Musiker hat eindrücklich gezeigt, dass es möglich ist den Spagat zwischen Pop, Rock und Jazz zu schaffen. Das wurde auch von den Konzertgängern mit Standing Ovations gebührend gewürdigt. Peter Cincotti - kam, sang und berührte.

Dominique Rais / Do, 25. Apr 2013