Im Orient Express wird wieder gemordet

Movie-Kritik: Mord im Orient Express
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© Twentieth Century Fox Film Corporation. All Righ

Für die Rückreise von einem seiner Fälle nimmt Hercule Poirot (Kenneth Branagh, «Harry Potter») den legendären Orient Express. An eine gemütliche Zugfahrt ist leider nicht zu denken: der Passagier Ratchett (Johnny Depp, «Fluch der Karibik») wird ermordet und da der Zug im Schnee feststeckt, ist klar, dass einer der übrigen Reisenden der Täter sein muss. Die spanische Missionarin Pilar Estravados (Penélope Cruz, «Volver»), die Gouvernante Mary Debenham (Daisy Ridley, «Star Wars: Das Erwachen der Macht»), Professor Gerhard Hardman (Willem Dafoe, «The Grand Budapest Hotel»), die Witwe Mrs. Hubbard (Michelle Pfeiffer, «Catwoman»), Prinzessin Dragomiroff (Judi Dench, «James Bond»-Reihe) und Dr. Arbuthnot (Leslie Odom Jr., «Red Tails») sind alle verdächtig. Doch bald wird Poirot klar, dass er den Fall nicht lösen wird, wenn er mehr über die Reisenden erfährt – er muss mehr über das Opfer herausfinden und sich beeilen, damit der Killer nicht noch einmal zuschlägt.

 

Agatha Christies gleichnamiger Roman aus dem Jahre 1934 war schon die Vorlage für den 1974 erschienenen Klassiker von Sidney Lumet. Der Regisseur liess schon damals die Crème de la Crème Hollywoods in seinem Krimi die Passagiere des Orient Express verkörpern. 

 

Viel Gerede und eine gewiefte Auflösung 

 

Das Drehbuch der aktuellen Verfilmung hält sich eng an Agatha Christies Vorlage und Poirots ausladender Schnurrbart hätte der gefeierten Autorin sicher gut gefallen. Der Plot ist natürlich hochinteressant und die Auflösung noch gewiefter, doch Branaghs filmische Umsetzung ist nur an manchen Stellen amüsant. Leider können sich die Figuren nicht so richtig entwickeln, was aber nicht an der hochkarätigen Besetzung liegt, sondern schlicht daran, dass viel geredet wird und immerhin mehr als zehn Zeugen verhört werden müssen.

 

Ein Pluspunkt dieser Adaption ist sicher die nostalgische Inszenierung des Orient Express, da würde so mancher gerne mal mitfahren. Der Film schafft es mit seinem Setting, die Zuschauer mitten in die Zeit zwischen zwei Weltkriegen hineinzuziehen. 

 

Kurz: Branaghs Film ist eine der besseren Verfilmungen der Romane von Christie. Doch ihre Geschichten können sich am besten in Buchform entfalten. Darum vermag dieser Film leider nicht ganz mitzureissen, ist aber ein schöner Zeitvertreib für einen verregneten oder verschneiten Sonntag. 

  

  • Mord im Orient Express
  • Regie: Kenneth Branagh
  • Besetzungt: Kenneth Branagh, Penélope Cruz, Johnny Depp, Willem Dafoe, Judi Dench, Michelle Pfeiffer, Daisy Ridley
  • Laufzeit: ca. 114 Minuten
  • Kinostart: 9. November 2017  

 

Jasmin Honegger / Fr, 10. Nov 2017