Die kleinste und heisseste Bühne für Go Go Berlin

Konzertkritik: Go Go Berlin im Eldorado
Bildquelle: 
www.gogoberlin.com

Das Zürcher Eldorado hat stets etwas Intimes und Familiäres. Ideal für ein erstes Konzert. «Sie haben die kleinste und die heisseste Bühne im ganzen Land für uns gefunden», beurteilte Sänger Christian die Lage. Auch sonst wurde er nicht müde, immer wieder zu betonen, wie heiss es in der kleinen Bar ist. Dafür könnte man allerdings durchaus auch der Band die Schuld geben – schliesslich brachte sie das Publikum mit ihrem auch live einwandfreien Rock’n’Roll selbst ordentlich zum Schwitzen.

 

Zuvor hatte die Schweizer Band Manolo Panic die Besucher bereits eine halbe Stunde lang mit gut abgemischtem Indie-Rock auf Go Go Berlin vorbereitet – allerdings nicht vor allzu viel Publikum. Viele waren noch gar nicht angekommen oder standen noch an der kühlen Abendluft und fröhnten ihrer Nikotinsucht. Als die fünf Dänen schliesslich regelrecht auf die Bühne stürmten, legten sie sofort mit «California Mind» los. Wer nun dachte, lediglich Songs aus dem ersten und bisher einzigen Album «New Gold“ präsentiert zu bekommen, wurde eines besseren belehrt: Gleich vier der insgesamt zwölf Songs dürfte das Publikum noch nie zu hören bekommen haben.

 

Dies spielte aber keine Rolle – die Stimmung hatte ihren Höhepunkt bereits zu Beginn gefunden, und hielt sich bis zum Schluss. Mit viel Witz und sichtlicher Spielfreude trugen auch die einzelnen Bandmitglieder dazu bei. Überhaupt war die Bühne – beziehungsweise das, was sich darauf abspielte – auch ein visuelles Erlebnis. Der Stil der jungen Dänen vermittelte fast das Gefühl einer kleinen Zeitreise, irgendwo zwischen die Siebziger und Achziger, was zum Teil auch von der Musik bestärkt wurde.

 

«Was auch cool ist auf Tour, ist, wenn du in einer Stadt gespielt hast, später zurück kommst und siehst, dass beim zweiten Mal mehr Leute das Konzert besuchen», sagte Sänger Christian im Interview mit Bäckstage. Der letzte Montag-Abend schreit danach – in Zürich werden sie das schaffen. 

Seraina Schöpfer / Di, 20. Mai 2014