Skinshape in Zürich - Ein bisschen easy sound, perfekt für einen Sonntagabend

Konzertkritik: Skinshape in Zürich
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Symbolbild / ©Lisa Gosteli

«Es ist so ein bisschen easy sound, perfekt für einen Sonntagabend», tönte es aus der langen Schlange vor dem Dynamo. Kam man vom rappelvollen Saal drinnen, wusste man gar nicht, wohin all diese Leute wollten, die noch anstanden.

Nach dem Konzert wurde es hingegen sehr klar. Denn «easy» hatte es durchaus gestartet, wie an einem lauen Sommerabend, an dem man über den Abend verteilt einfach Bier trinkt und gar nicht merkt, welchen Effekt sie haben. Bis man sich erhebt und nach Hause geht. Denn musiktrunken und ein wenig verzaubert verliess man an diesem Sonntagabend nach rund zwei Stunden das Dynamo in die kalte Zürcher Nacht.

Mitgenommen hatte man unter anderem die warmen Klänge Pedro Mizutanis. Beeinflusst von Bossa Nova-Grössen wie João Gilberto, Nara Leão oder João Donato begann der schüchtern wirkende, feinfühlige Mizutani Covers auf TikTok hochzuladen und startete damit durch. Abgelöst wurden diese durch eigene Werke, die einfangen sollen, wie schön und gleichzeitig komplex so eine Jugend in Rio ist – eine Mischung, die für Gänsehaut und Jubelrufe aus dem Publikum sorgte.

Entdeckt wurde Pedro unter anderem vom britischen Musiker und Produzenten William Dorey, dem Kopf hinter dem Projekt Skinshape. Prompt entstand die gemeinsame EP «Pensando Baixo» (zu deutsch so viel wie ‘vor sich hin denken’) mit dem wundervollen Song «Eu Pensei», der so ziemlich in jedem angesagten Zürcher Café zur Hintergrundmusik gehört. Leider war das auch der einzige Song, welchen Skinshape und Pedro Mizutani gemeinsam performten. Dass der Saal mit lauten «Pedro, Pedro, Pedro»-Rufen mehr gemeinsame Songs einforderte, bügelte Skinshape cool ab.

Schliesslich zauberte Skinshape an diesem Abend gemeinsam mit seiner Band nicht nur die leicht melancholischen Tracks «I didn’t know» und «Don’t call my name», sondern auch fröhliche Flötensolos, stimmgewaltige Covers und mal eingespieltes Wellenrauschen aus dem Hut, die immer wieder in lauten Szeneapplaus mündeten.

In eine Schublade packen lässt sich Skinshape nämlich nicht. Ursprünglich aus dem Hip-Hop kommend, findet man in Skinshape’s Musik neben Einflüssen aus den 60ern und afrikanischer Musik eben auch Psychedelic Rock. Stets mit dem richtigen Händchen für die Situation und Publikum – da verzeiht man auch gerne, dass er an jenem Abend selbst nicht jeden Ton traf.

Manuela Troxler / Di, 14. Apr 2026