Ezra Furman im Bogen F

Konzertkritik: Ezra Furman
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Konzertfoto: © Natascha Kiefer

Keine zwei Jahre ist es her, dass Ezra Furman im Bogen F gespielt hat. Nun kehrte er zurück, mit seinem neuen Album «Transangelic Exodus» im Gepäck. Dieses ist merklich düsterer ausgefallen, als die Vorgänger-Alben, aber seinem Stil und seiner unverblümten Art ist Furman treu geblieben. Ja, er sagt sehr deutlich, was es bedeutet, nicht immer Herr über seinen Verstand zu sein. Was es heisst, sich mit zwei Geschlechtern wohlzufühlen und manchmal am Morgen nicht zu wissen, wer oder was man denn jetzt genau sein möchte. Damit stösst man, auch im Jahr 2018, immer noch auf viel Unverständnis in der Gesellschaft. «Transangelic Exodus» geht tief und zeigt eine Welt, in der man sich eigentlich nur ungern aufhält. Doch Furman schafft es, diese Welt in eine musikalische Schale zu verpacken, in welcher man sich der Thematik dann doch wieder beinahe gerne nähert. Er besingt die tragischsten Themen, die komplexesten seelischen Abgründe, aber er besingt diese ehrlich, genüsslich und mit einer pechschwarzen Ironie, weshalb sie auch fürs breite Publikum bekömmlich werden.

 

Natürlich gab es im Bogen F einige Songs vom neuen Album zu hören. Aber auch ältere Hits zierten das Set, und man merkte deutlich, dass er sehr gezielt vorging bei der Auswahl und auch da darauf bedacht war, dass die Songs zu der eher düsteren Grundstimmung des neuen Materials passten. So entstand ein schöner Spannungsbogen. Auch Furmans Band, die ihn mittlerweile bereits über Jahre hinweg begleitet, war top eingespielt und bot dem Sänger den nötigen Freiraum, um sich auszutoben. Es bleibt zu hoffen, dass Furmans Schaffenswille nicht aufhört.

 

Dieses aussergewöhnliche und so empörend talentierte Geschöpf, zeigte an diesem Abend in Zürich eine Top-Leistung und schafft ein Konzert, das noch lange in allerschönster Erinnerung bleiben wird.

 

Natascha Kiefer / Fr, 08. Jun 2018