Sophie Hunger kommt nach Winterthur

Vorschau: Sophie Hunger im Salzhaus
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Salzhaus Winterthur

«Ach, wär sie doch noch unbekannt!», klagte einst ein namenloser Blogger im Netz. «Seine» Sophie muss er nun mit der ganzen Welt oder zumindest mit der musikinteressierten Schweiz und dem grenznahen Ausland teilen. Vorbei die Zeiten, als Sophie Hunger durch ihre erste, im heimischen Wohnzimmer produzierte CD «Sketches on Sea» offene Türen in den Herzen vieler Indie-Nerds einrannte. Vorbei die Zeiten, als sie in kleinen Clubs und Kellerlokalen für die kleine Schar ihrer «hippen» Entdecker spielte. Aber eigentlich sind das alles Gründe zur Freude. Denn wer ist Sophie Hunger? Eine talentierte junge Frau, die ihre Leidenschaft für Musik lebt und damit Erfolg hat. Das kann ihr kaum zum Vorwurf gemacht werden. Zumal sie sich absolut treu bleibt und ihre Wurzeln nicht vergisst. Sowohl musikalisch als auch was ihre Auftritte angeht. So spielt sie in der Vergangenheit in Zürich immer wieder in kleinen Locations. Das Helsinki und das Moods etwa, waren schnell ausverkauft und das Salzhaus, wo Hunger im Dezember spielt, dürfte auch voll werden. Ihr Ruf eilt ihr halt voraus. Spätestens seit sie es als bis dahin einzige Schweizer Künstlerin in Line-up des legendären Glastonbury geschafft hatte.

Bevor die Kunstfigur Sophie Hunger – der Name setzt sich aus ihrem zweiten Vornamen und dem Mädchenname der Mutter, also Hunger, zusammen – in den Fokus trat, sang die Bernerin unter ihrem bürgerlichen Namen Emilie Welti bei der Zürcher Band Fisher. Fisher ist inzwischen Geschichte. Sophies Stern ist jedoch konstant am Aufgehen. Schon mit der bereits erwähnten Debüt-CD fand sie prominentes Gehör. Stephan Eicher höchstpersönlich nahm sie mit auf Tour, wo sie bald vor vollem Haus im legendären Bataclan in Paris auf der Bühne stand. Es folgten Auftritte mit diversen Künstlern wie The Young Gods oder John Parish, dem Produzenten und Entdecker von PJ Harvey, bei dessen Konzert am Jazzfestival Montreux, wo sie als Gast mit ihm die Bühne teilte. Danach erschien «Monday’s Ghost», ihr Major-Debüt. Es stieg direkt auf Platz 1 und zementierte ihren Status als Singer/Songwriterin erneut. Ende März erscheint nun die neue Platte, 1983. Die Erfolgsgeschichte geht also weiter.

 

2018 hat sich Sophie Hunger entschlossen, mit ihrem Stil etwas zu brechen und nicht mehr einen Mix aus Englisch, Französisch und Deutsch bzw. Schweizerdeutsch zu schreiben. Englisch dominiert auf dem 2018er-Album «Molecules». Gleichzeitig schlichen sich Synths und Drum-Computer in den Sound der Schweizerin ein. Das passt zu Sophie Hunger, da sie künstlerisch immer ihren Weg konsequent gegangen ist und ihr genau das den hervorragenden Ruf eingebracht hat, den sie geniesst. Wer also am 8. Dezember im Salzhaus Winterthur dabei sein will, sollte nicht zu lange warten, es könnte ausverkauft werden.

 

Sophie Hunger - «Tricks»

 

 

Bäckstage Redaktion / Mi, 11. Sep 2019