Kult-Band in Zürich: The Libertines. Tickets zu gewinnen

Verlosung: The Libertines im X-Tra
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Bäckstage / © Patrick Holenstein

Kult wird häufig aus den Begleitumständen einer Entwicklung geboren. Bestes Beispiel dafür sind The Libertines. Die Band um Carl Barât und Peter Doherty war von 2002 bis 2004 so was wie die Rettung des Rock. Mit allem, was dazu gehört. Dann löste Barât die Band auf, nachdem sein Kumpane Doherty immer mehr in die Drogen abrutschte. Dabei haben The Libertines - dazu gehören auch noch John Hassall am Bass und Gary Powell am Schlagzeug - für ein paar Jahre den Zeitgeist auf Platte gebannt. Dreckig, roh und authentisch. Barât und Doherty, die bis 2001 gemeinsam in einer Wohnung hausten und sich quasi eine Matratze teilten, gelang mit dem Debüt «Up The Bracket» ein selten grosser Wurf. Die feine, manchmal zwar etwas von Nebel umwehte Spiegelung der Gesellschaft kurz nach Beginn des neuen Millenniums, gilt bis heute als eines der wichtigsten Werke der letzen fünfzehn Jahre. 

 

Dabei funktioniert das zerbrechliche Konstrukt, das The Libertines sind, nur, weil die beiden Bandleader einander ergänzen. Barât, meist gelassen und der ruhende Pol, schaut auf den emotionalen und gerne mal sein Bewusstsein erweiternden Pete, der steuert dafür viel Leidenschaft bei. Das hat aber nur zwei Platten lang funktioniert. Das zweite Album «The Libertines» zeigte noch einmal, wie viel Potenzial die Band hatte. Doch dann war Schluss. Drogen. Der Absturz von Pete. Ein Ultimatum von Carl, Pete solle endlich clean werden, und schliesslich die Auflösung der Band. Eine Band, die elegante Refrains und Geschichten aus dem Alltag der Arbeitergesellschaft locker aus dem Ärmel zu schütteln schien und die sich wahrscheinlich gar nicht so genau bewusst war, welche Rolle sie hätte spielen können, war kaputt. 

 

Impressionen von The Libertines am Zurich Openair 2015:

 

Schnitt. 2010 fanden zum ersten Mal wieder Auftritte unter dem Namen The Libertines statt. Die Musikwelt horchte auf. Zwar war Pete auch damals nicht nüchtern, aber irgendwie war die Verbindung zwischen den beiden ehemals besten Freunden wohl doch stärker. Aber für Beobachter war klar: das war ein einmaliger Spass. Weit gefehlt. Pete Doherty begab sich ein paar Jahre später in Therapie nach Thailand, um den Drogen entgültig abzuschwören. Seine Bandkollegen standen ihm bei und so wurde im Frühling 2015 das Tatsache, was nur wenige für möglich gehalten hatten. The Libertines standen im Studio und spielten ein neues Album ein. «Anthems For Doomed Youth» heisst es. 

 

Das Album kann sich hören lassen. Aber da ist ja noch ein anderer Faktor. Wie sehr haben sich The Libertines in der Pause verändert? Musikalisch scheinen sie noch immer viele Ideen zu besitzen. Aber sie leben die Zeit heute intensiver. Pete Doherty hat nach dem Release in einem Interview mit dem Musikexpress gesagt: «Ich kann überhaupt nicht aufhören, mir das Album anzuhören. Ich bin stolz, ich will wissen, wie die Leute die Songs finden. Bei den Alben zuvor war es mir egal, ich konnte mir das nicht antun nach den Aufnahmen. Jetzt laufen die Lieder nonstop bei mir.» Das spricht Bände und Zeit seit der Platte hat gezeigt, dass die Zeiten des unzverlässigen Pete Doherty definitiv vorbei sind. Ob damit die Legende bröckelt? Kann sein. Aber für Musikfans ist es definitiv besser, wenn die Band, die sie sehen wollen, auch tatsächlich auftaucht. 

 

Nachdem sie im März 2016 bereits eine Clubshow im Zürcher X-Tra gespielt haben, kehren The Libertines 2019 in die Limmatstadt zurück. Schauplatz ist erneut das X-Tra und das Datum ist der 28. Oktober

 

Wir verlosen in Zusammenarbeit mit Just Because 2 x 2 Tickets

 

Deine Chance: schreibt eine Mail mit Name und Betreff «Libertines 19» an chance@baeckstage.ch. Einsendeschluss ist der 24. Oktober 2019. 

 

The Libertines - «Can’t Stand Me Now»

 

 

 

Bäckstage Redaktion / Mi, 02. Okt 2019