12 Filme für das Kinojahr 2020

Kinovorschau 2020
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© Universal / © Disney / © Warner

Soeben ist das Jahr mit «Als Hitler das rosa Kaninchen stahl» und «Cats» mit zwei Filmen zu Ende gegangen, die qualitativ kaum weiter auseinander sein könnten. Aber genau diese Unterschiede machen Kino aus. Ob historische Zeiten durch die Augen eines Kindes oder die Nacht, die von menschliche Katzen besungen wird, Film soll für jeden etwas bieten und im besten Fall bleibende Erinnerungen schaffen. Welchen Filmen das 2020 gelingt, welche Werke jetzt noch überhaupt nicht auf dem Radar sind und welche Blockbuster schon jetzt deutlich gesetzt sind, wird das Jahr zeigen. Wir haben für jeden Monat einen Film ausgesucht, der auf irgendeine Art interessant klingt. Die Startdaten sind ohne Gewähr, da sich in der Filmwelt rasch ein Start verschieben kann.

 

Januar: 1917 (Kinostart: 16. Januar)

 

Auf dem Regiestuhl sitzt Sam Mendes («American Beauty», «James Bond – Skyfall») und liefert nicht weniger als einen intensiven Film aus den Schützengräben des ersten Weltkriegs. Dabei inszenieren Mendes und sein Team die Geschichte wie aus einem Guss. Zwei britische Soldaten haben die schier unmögliche Aufgabe, eine Botschaft durch feindliches Gebiet zu überbringen, die den Tod von hunderten Menschen verhindert. Nach zwei Preisen bei den Golden Globes® («Bester Film Drama» und «Beste Regie»), gilt der Film als gesetzt für das Rennen um die Oscars® am 9. Februar 2020. Das liegt einerseits an der Intensität des Stoffes und andererseits an der Inszenierung als One-Shot, quasi in einer Sequenz.

 

Trailer zu «1917»

 

 

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Februar: The Peanut Butter Falcon (Kinostart: 20. Februar)

 

Der 22-jährige Zak (Entdeckung Zack Gottsagen) ist mit dem Down-Syndrom geboren und lebt in einem Heim mit Betreuung rund um die Uhr. Das passt dem lebensfrohen Zak so gar nicht. Er hat einen Traum und diesen verfolgt er ehrgeizig: Er will Wrestler werden. Dafür türmt er immer wieder aus dem Heim. Als Zak wieder einmal abhaut, ist seine Betreuerin Eleanor (Dakota Johnson) krank vor Sorge. Doch Zak trifft auf den Kleinkriminellen Tyler (Shia LaBeouf), der ihm verspricht, ihn heil ans Ziel zu bringen: Die Wrestlerschule in Florida. Blöd nur, dass Tyler von Gangstern gejagt wird. Nachdem der Film auf Festivals gezeigt wurde, sprechen erste Kritiken von einem Feel-Good-Movie, das berührt und zum Lachen bringt. Erinnert von der Idee mit einem Traum und einem Trip an dessen Ziel etwas an «Little Miss Sunshine». Das wäre kein schlechter Anspruch.

 

Trailer zu «The Peanut Butter Falcon»

 

 

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März: Onward (Kinostart: 5. März)

 

Wo Pixar draufsteht, darf man mit Qualität rechnen. Mindestens was die Animationen angeht. Mit «Onward» taucht die Animationsschmiede tief in das Fantasy-Genre ein und schickt zwei jugendliche Elfenbrüder auf ein Abenteuer, um mit ihrem Vater, der starb als sie noch klein waren, einen letzten Tag zu verbringen. Dazu benötigen sie Magie, doch die ist in der zunehmenden Technologisierung der Fantasywelt immer mehr am Verschwinden. Die ersten Trailer versprechen ein witziges Filmvergnügen, das aber auch eine Moral und vielleicht einen Hauch Sozialkritik hat. Sollte sich «Onward» auf dem Niveau von «Alles steht Kopf» oder «Coco» bewegen, kann kaum etwas schief gehen. Zumal Fantasy im aktuellen Kino fast immer funktioniert.

 

Trailer zu «Onward»

 

 

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April: No Time To Die (Kinostart: 2. April)

 

Kinojahre mit einem Bondfilm sind auf allen Seiten ein Gewinn. Die Besucherzahlen sind hoch, was die Kinobetreiber freut. Die Action stimmt meistens auch, was Filmfans freut. Zudem haben die letzten Bondfilme gezeigt, dass die Serie noch lange nicht verstaubt ist. «No Time To Die» wird wohl der letzte Auftritt von Daniel Craig als Agent 007 sein. Ob schon im Film ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin präsentiert wird, wird dann im Kino aufgelöst. Heiss diskutiert wird allerdings schon jetzt, dass in der Inhaltsangabe zu lesen ist, dass Bond den MI6 verlassen habe und bereits ein Ersatz gefunden worden sei. Inszenieren wird der Kalifornier Cary Joji Fukunaga, der sich mit dem wunderbaren gefühlvollen Migrationsdrama «Sin Nombre» einen Namen gemacht hat. Als Bösewicht darf Rami Malek «Oscar® für «Bohemian Rhapsody» den Geheimagenten ärgern und Christoph Waltz ist als Blofeld erneut dabei.

 

Trailer zu «James Bond - No Time To Die»

 

 

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Mai: The Woman In The Window (Kinostart: 14. Mai)

 

Eigentlich schon für den letzten Oktober geplant, wurde der Film auf Mai 2020 verschoben. Trotzdem behalten wir ihn auf der Liste für das kommende Jahr. «The Woman in the Window» basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von A.J. Finn und erzählt von einer Frau mit Agoraphobie, einer Art von Platzangst, die bei Betroffenen in bestimmten Situationen, beispielweise in grossen Menschenmengen, Angstzustände auslösen kann. Die Frau im Film lebt darum alleine in New York, igelt sich in ihrer Wohnung ein und fängt eines Tages an, die Nachbarn zu beobachten. Als sie dabei Zeugin einer brutalen Attacke wird, ändert sich ihr Leben. Zugegeben, klingt im ersten Moment nach «Das Fenster zum Hof» von Hitchcock, aber wenn der Film annährend an den Klassiker herankommt, wird das ein hochspannender Thriller. Dafür spricht ausserdem das Team. Auf dem Regiestuhl sitzt Joe Wright («Abbitte»), als Schauspieler sind Amy Adams, Gary Oldman, Julianne Moore oder Anthony Mackie dabei.

 

Trailer zu «The Woman In The Window»

 

 

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Juni: Wonder Woman 1984 (Kinostart: 4. Juni)

 

DC Comics versucht seit Jahren ein ähnlich funktionierendes Universum wie Konkurrent Marvel aufzubauen, aber es gelingt nur leidlich. Eine erfreuliche Ausnahme bildet dabei Wonder Woman». Der erste Teil wurde von Patty Jenkins inszeniert. Sie hatte eins mit «Monster» Charlize Theron zum Oscar® geführt. Genauso geschickt hat sie Gal Gadot als Wonder Woman dirigiert und dem DC Universum endlich einen Film geschenkt, der funktioniert und mitreisst. Da war eine Fortsetzung nur noch Formsache. Über die Handlung ist noch nichts bekannt, aber das 1984 im Titel erlaubt das Spekulieren. Wahrscheinlich spielt der Film in jener Zeit und bietet daher Platz für viel Nostalgie. Vielleicht ist die Zahl aber im orwellschen Sinn auch eine Anspielung auf Überwachung. Sollte Jenkins, die wieder Regie führt, erneut eine glaubwürdige Geschichte finden, dürfte «Wonder Woman 1984» ein Comic-Highlight werden.

 

Trailer zu «Wonder Woman 1984»

 

 

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Juli: Tenet (Kinostart: 16. Juli)

 

Wenn der Name Christopher Nolan als Regisseur genannt wird, kann man eigentlich ohne grosses Vorwissen ins Kino gehen. Seine Vita aus beispielsweise der «Batman»-Trilogie, «The Prestige», «Memento» oder «Inception» ist hochkarätig und der Brite hat bisher nie enttäuscht. Der akribische Vorbereiter inszeniert im Schnitt alle zwei bis drei Jahre einen Film. Über den neuen Streifen «Tenet» ist noch wenig bekannt. Ein Spionagefilm soll es sein, aber auch Zeitreisen spielen eine Rolle und irgendwie ist von Evolution dir Rede. Was immer das in der Kombination dann bedeutet, in den Händen von Christopher Nolan wird bestimmt ein innovatives Stück Kino daraus. Vor «Star Wars: The Rise Of Skywalker» wurde im Kino ein mehrere Minuten andauerender Ausschnitt aus dem Film gezeigt. Die Szene spielt in einem Konzertsaal, der von Terroristen angegriffen und von Spezialeinheiten verteidigt wird. Das sagt über die Handlung des Films noch nicht viel aus. Aber die rhythmische Inszenierung und die effektiven Schnitte deuten erneut auf ein filmisches Vergnügen hin. Die kurze Preview hat jedenfalls neugierig gemacht. 

 

Im Cast sind Michael Caine, Elisabeth Debicki, Robert Pattinson, Kenneth Brannagh oder Himesh Patel, den man aus «Yesterday» kennt. Der Juli hat also nach der Fussballeuropameisterschaft ein Highlight im Kino zu bieten.

 

Trailer zu «Tenet»

 

 

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August: Ghostbusters: Afterlife (Kinostart: 13. August)

 

Vielleicht wäre ein Ansatz, wie ihn «Ghostbusters: Afterlife» geht, besser für ein Relaunch der «Ghostbusters»-Serie gewesen als es das Remake von 2016 war. Jedenfalls wenn der kommende Film hält, was erste Bilder versprechen. Denn da ist sehr viel Fanservice im Spiel und in irgendeiner Weise auch die Original-Crew. Leider sitzt Ivan Reitmann nicht mehr im Regiestuhl, wie bei den ersten beiden Filmen, da er inzwischen verstorben ist. Aber mit Jason Reitmann bleiben die Geisterjäger in familiären und fähigen Händen. Die Story handelt von einer Mutter und ihren zwei Jungs, die aus finanziellen Gründen in das Haus des Grossvaters in der Pampa ziehen müssen und zufällig über das Vermächtnis der Ghostbusters stolpern. Natürlich ohne eine Ahnung zu haben, was sie da entdecke haben. «Ghostbusters: Afterlife» scheint geschickt den Spagat zwischen Fans der Filme und jenen Kinogängern, die die Originale nicht unbedingt kennen, zu hinzubekommen.

 

Trailer zu «Ghostbusters: Afterlife»

 

 

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September: Last Night In Soho (24. September)

 

Ein Name: Edgar Wright. Drei Filme: «Shaun of the Dead», «Scott Pilgrim vs. The World» und «Baby Driver». Wright und kluge Gernefilme, das funktioniert. Bei «Last Night In Soho» dirigiert er Anya Taylor-Joy («The Witch») durch ein London der 60er, das diese auf mysteriöse Weise von der Gegenwart aus besuchen kann. Dort trifft sie auf ihren Lieblingssänger. Doch die 60er sind nicht, was sie zu sein scheinen und die Zeit scheint mit dubiosen Konsequenzen auseinanderzufallen. Sprich: klingt sehr nach Edgar Wright. IMDB zählt den Film zu den meisterwarteten Horrorfilmen für 2020. Wir schliessen und an.

 

Noch kein Trailer verfügbar. 

 

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Oktober: BIOS (8. Oktober)

 

Ein Roboter, der einzig erschaffen wurde, um den geliebten Hund seines todkranken Erschaffers zu beschützen, nachdem dieser verstorben ist, lernt Liebe, Freundschaft und das Leben kennen und spürt, was es heisst, ein Mensch zu sein. Viel mehr ist noch nicht bekannt über «BIOS». Tom Hanks wird prominent im Cast sein. Aber die Prämisse von «BIOS» erinnert irgendwie an den Klassiker «Nr. 5 lebt» und sollte er einen ähnlich unvergänglichen Charme erreichen, könnte BIOS herbstliches Gefühlskino werden.

 

Noch kein Trailer verfügbar. 

 

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November: The Eternals (5. November)

 

Phase 3 im Marvel Cinematic Universe hat Peter Parker alias Spider-Man eben mit «Far From Home» in allen Belangen genüsslich beendet. Die Post-Credit-Szene hat aber eine neue Perspektive auf die bisherigen Filme geworden. Denn die Ausdehnung des Superhelden-Universums ist längst noch nicht abgeschlossen. Es geht also auch 2020 nicht ohne Marvel. Welche Rolle die Avengers noch spielen, ist noch ungewisse, aber mit «The Eternals» ist vielleicht für Ersatz gesorgt. Der Film folgt einer menschenähnlichen Rasse mit Superkräften, die – laut Marvel Mastermind Kevin Feige – das Marvel Universum neu definieren soll. Mal schauen, ob das gelingt. Die Eternals sind unsterblich und sollen die Menschheitsgeschichte über Jahrtausende hinweg geprägt haben. Klingt zumindest ambitioniert. Angeführt wird die Riege von Angelina Jolie. Bestätigt sind weiter Kit Harrington, Salma Hayek oder Richard Madden. Im November wissen wir also, in welche Richtung Phase 4 das MCU führt.

 

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Dezember: Dune (23. Dezember)

 

«Dune» gehört aus (mindestens) zwei Gründen in diese Liste. Erstens ist der Romanzyklus von Frank Herbert längst Kult ist und zweitens wurden bisherige Verfilmungen dem Stoff nur mässig gerecht. Selbst Regie-Ikone David Lynch gelang kein überragendes Werk, wenn auch seine Würmer in der Popkultur geblieben sind. Jetzt wird das Werk in die fähigen Hände von Denis Villeneuve («Prisoners», «Arrival», «Blade Runner 2049») gelegt. Welche Aspekte des «Dune»-Universums sich Villeneuve ausgesucht hat, wissen wir im Dezember. Aber die Rollen wurden an eine namhafte Gilde vergeben. Josh Brolin, Javier Bardem, Oscar Isaac, Rebecca Ferguson, Charlotte Rampling, Stellan Skarsgård oder Shooting Star Zendaya (TV-Serie «Euphoria»). Sollte Villeneuve «Dune» so kreative auf die Leinwand bringen, wie man es von ihm gewohnt ist, bleibt der Dezember in den Kinos auch nach «Star Wars» fest in Science Fiction-Hand.

 

Noch kein Trailer verfügbar.

 

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Credits Titelbild: «1917»: © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved. / «Onward»: © Wald Disney Switzerland / «Wonder Woman 1984»: © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved. /

 

Bäckstage Redaktion / Fr, 03. Jan 2020